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Fakultät Humanwissenschaften und Theologie
Professur für Religionspädagogik

Prof. Dr. Katharina Kammeyer

© privat

Email: katharina.kammeyer@tu-dortmund.de
Telefon: (+49)231 755-2538
Fax: (+49)231 755-2811

Postadresse
Emil-Figge-Straße 50
44227 Dortmund
Deutschland

Campus Adresse
Campus Nord
EF50
Raum 2.316

Feriensprechstunden:
Mo, 2.3.26 14.00h
Mo, 23.3.26 10.00h

Meine Sprechstunde im Sommersemester 2026 findet mittwochs ab 14:00 Uhr nach persönlicher Anmeldung vorab per Mail sowie zu weiteren Terminen nach Vereinbarung statt.

Weitere Informationen

Laufende Projekte

Der Ansatz einer Inklusiven Religionspädagogik der Vielfalt ist seit mehreren Jahren im fachdidaktischen Diskurs fest verankert und bietet konzeptionelle Klärungen und didaktische Perspektiven (Knauth/ Möller/ Pithan 2020). Das Projekt Empirische Forschungen zu Inklusivem Religionsunterricht (EmpIRU) zielt im Gegenüber zu diesen darauf, zu untersuchen, wie sich religionspädagogisches Handeln im Religionsunterricht an Grundschulen mit weit entwickeltem inklusivem Profil auswirkt – was also in der Praxis inklusiven Religionsunterricht prägt. Insbesondere wird danach gefragt, wie im Unterricht Differenzen konstruiert werden, wie sich Kooperationen unter den Lernenden ausgestalten und inwiefern fachdidaktisch-inhaltliche Entscheidungen wirksam sind. Hierzu werden Beobachtungsprotokolle und Videografien von Unterrichtsreihen an Grundschulen in NRW mittels dokumentarischer Unterrichtsforschung ausgewertet. Mit Hilfe praxistheoretischer Unterrichtsforschung werden bedeutungstragende Praktiken in ihren Eigenlogiken und oftmals spannungsvollen Auswirkungen in einer vom Anspruch her inklusiven Schulkultur rekonstruiert. 

Bisherige Studienergebnisse wurden 2025 auf der Tagung der Inklusionsforscher*innen in Köln, der Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik in Leitershofen und auf dem International Colloquium on Children's Right to Participation in Mdina/Malta präsentiert und diskutiert. Innerhalb dieses Projektes untersucht Rebecca Grantz in ihrer Dissertation Umgangsweisen mit ausgewählter Kinderliteratur, verstanden als ästhetische Praktiken, in inklusiv weit entwickelten Grundschulen.

Wer Interesse hat, mit eigenem Religionsunterricht an der Studie teilzunehmen, kann sich gerne bei Prof. Dr. Katharina Kammeyer melden unter katharina.kammeyer@tu-dortmund.de. Selbstverständlich werden im Sinne der Datenschutzgrundverordnung sämtliche erhobenen Daten anonymisiert, so dass in Veröffentlichungen keine Rückschlüsse auf konkrete Schulen und Menschen möglich sind. Die Einsichten in die Praxis und das wertschätzende Gespräch über diese werden von beiden Seiten als bereichernd erlebt. Wir bieten allen beteiligten Lehrkräften an, an den Auswertungsprozessen teilzunehmen und die Ergebnisse auf ihre Unterrichtspraxis zurück zu beziehen. Somit leistet EmpIRU nicht nur einen Beitrag zur empirischen Erforschung von inklusivem Religionsunterricht, sondern ebenso zu dessen kritischer Reflexion und Weiterentwicklung. 

 

Literatur: 

Kammeyer, K.: „Guck mal, wie der aussieht!“. Praxistheoretische Rekonstruktionen von Zuspruch, Zuschreibungen und Zusammenarbeit in inklusivem Religionsunterricht. In: Hecke, M.; Kammeyer, K.; Neumann, A.: Körper und Körpermetaphern. Theologische Perspektiven im Horizont der Disability Studies, Stuttgart 2026, im Erscheinen.

Grantz, R./ Kammeyer, K.: Malta-Beitrag: „Constructions of Cooperation and Difference in Inclusive Religious Education Lessons. Practice-based Micro-Level Studies on Participation in Elementary Schools“, im Erscheinen.

Grantz, R. / Kammeyer, K.: „Dann klaut er eben den Ball, das ist doch viel besser.“ Transformationen von Kooperation und Differenz im Inklusiven Religionsunterricht, in: Schroeder, R. u.a. (Hg.): Inklusion – Bildung – Transformation. Inklusive Bildung als Transformation und Transformation durch inklusive Bildung. Bad Heilbrunn 2026, 197-205.

Kammeyer, K.: „Mir wird nichts mangeln“ (Psalm 23)? Ein Beitrag zu Klassismusreflexivität aus der inklusionsorientierten Unterrichtsforschung. In: Theo-Web. Zeitschrift für Religionspädagogik 24 (2025) 2, 123-138.https://www.pedocs.de/volltexte/2026/34635/pdf/Theo-Web_2025_2_Kammeyer_Mir_wird_nichts_mangeln.pdf

Kammeyer, K.: Differenz. In: Knauth, Thorsten/ Möller, Rainer/ Pithan, Annabelle (Hg.): Inklusive Religionspädagogik der Vielfalt. Konzeptionelle Grundlagen und didaktische Konkretionen. Reihe: Religious diversity and education in Europe, Bd. 42, Münster/ New York: Waxmann, 76-86, 2020.

In dieses Forschungsfeld fällt die Beschäftigung mit körperlichen Normalitätskonstruktionen und ihren Auswirkungen auf religionspädagogische und -didaktische Entscheidungen. Hierzu ist die interdisziplinäre Kooperation von Theologie mit den Disability Studies weiterführend. Denn Disability Studies erzählen „andere“ Geschichten über Behinderung (Rosemarie Garland-Thomson). Sie zielen darauf, Behinderung nicht als defizitäre, sondern als deskriptive und auch produktive Kategorie zu verstehen, und möchten damit einen Perspektivwechsel anregen. Mit diesem können neue Interpretationen von biblischen Heilungserzählungen sowie von Grundfragen der Anthropologie und der Gottesrede entwickelt werden. 

Insbesondere Perspektiven von Theolog*innen, die mit Beeinträchtigungen leben, vertiefen ein Verständnis dafür, das Wirken Jesu nicht als eine Angleichung von Menschen an (körperliche) Normalvorstellungen zu sehen, sondern auf erzählte Neugestaltungen von Beziehungen von Menschen untereinander und auf Gott hin zu interpretieren. Für Unterrichtsentwürfe bedeutet dies, Perspektiven einzubringen, die eine Vielfalt von Gottesbildern und Menschenbildern transportieren.  Das heißt, es werden Perspektiven eröffnet, die ableismuskritisch Diskriminierungen aufdecken und im Blick auf alle Menschen Dimensionen von Aktivität und Passivität, Angewiesensein und Autonomie, Begabungen und Begrenzungen umfassen. So werden gesellschaftliche Optimierungskonstrukte hinsichtlich Körperbildern bzw. Gesundheit angefragt. 

Im Juni 2023 hat sich an der Kirchl. Hochschule Wuppertal das Netzwerk „Dis/ability und Theologie“ gegründet durch Dr. Marie Hecke und Prof. Dr. Claudia Janssen sowie Dr. Anna Neumann und Prof. Dr. Katharina Kammeyer. Auf bisher zwei Tagungen (2023 in Wuppertal und 2024 in Paderborn) und in diversen digitalen Formaten hat sich ein intensiver Austausch von Forschenden aller theologischer Disziplinen entwickelt. Theologische Disability Studies zielen in diesem Sinne darauf, Dis/ability als ein Querschnittsthema aller theologischer Disziplinen zu etablieren.

Die nächste Tagung findet am 19./20.6.2026 in Haus Villigst (Schwerte) statt. Anmeldungen sind noch möglich unter katharina.kammeyer@tu-dortmund.de

Wer den Newsletter des Netzwerkes beziehen möchte, der über alle Aktivitäten informiert, kann sich an Dr. Marie Hecke wenden: hecke@ikj-berlin.de 

 

Literatur:

Hecke, M.; Kammeyer, K.; Neumann, A. (Hg.): Andere Geschichten erzählen. Ebenbildlichkeit, Heilung und die Rede von Gott in disabilitysensibler Theologie. Reihe: Behinderung - Theologie – Kirche. Stuttgart 2024.

Kammeyer, K.: Ambiguität in sozialen und hermeneutischen Beziehungen. Interpretationen einer bibliodramatischen Inszenierung der „Tempelreinigung“ im Blick auf Disability in inklusiv religionspädagogischer Perspektive. In: Hecke, M.; Kammeyer, K.; Neumann, A. (Hg.): Andere Geschichten erzählen. Ebenbildlichkeit, Heilung und die Rede von Gott in disabilitysensibler Theologie. Reihe: Behinderung - Theologie – Kirche. Stuttgart 2024, 104-123.

Kammeyer, K.; Neumann, A.: Jesus heilt – warum nicht alle? In: Religion 5-10. Themen, Unterrichtsideen, Materialien. 4/2023, 12-15.

Kammeyer, K.; Jesuthasan, J.: Behindern ist heilbar. Dis/ability als hermeneutische Leitkategorie im Umgang mit Krankheit und Gesundheit in biblischen Heilungsgeschichten. In: Zimmermann, M.; Klein, C.; Büttner, G. (Hg.): Kind – Krankheit – Religion. Medizinische, psychologische, theologische und religionspädagogische Perspektiven. Neukirchen-Vluyn 2013, 194-210.

Kammeyer, K.; Jesuthasan, J.: Wie gehen Kinder mit Behinderungen mit Heilungsgeschichten um? Dis/ability als hermeneutische Leitkategorie für Unterrichtsplanung und -analyse am Beispiel der Bartimäus-Geschichte. In: Zimmermann, M.; Klein, C.; Büttner, G. (Hg.): Kind – Krankheit – Religion. Medizinische, psychologische, theologische und religionspädagogische Perspektiven. Neukirchen-Vluyn 2013, 211-230.

Der bibeldidaktische Ansatz Godly Play / Gott im Spiel stellt eine Fülle an Nacherzählungen biblischer Texte zur Verfügung, die mit Hilfe von Figuren und anderen Lege-Materialien während der Erzählung performativ entfaltet werden. Auf diese Textbegegnung folgt eine Ergründungsphase, die wiederum durch sorgfältig vorbereitete Impulse angeregt wird. Ursprünglich in der Episcopalian Church im Bereich der Gemeindepädagogik entwickelt (Jerome Berryman), wird der Ansatz seit vielen Jahren in Deutschland rezipiert und hat sich hier weiterentwickelt - auch im Blick auf den Lernort des schulischen Religionsunterrichts für sämtliche Altersgruppen.

In der Ev. Religionspädagogik der TU Dortmund steht das gesamte Godly Play Material den Studierenden zur Ausleihe zur Verfügung, so dass es in Seminaren bzw. selbstständig erprobt und in Praxisphasen an Schulen eingesetzt werden kann. Kennenlerntage finden einmal im Semester im Rahmen der bibeldidaktischen Veranstaltungen im Bachelor durch Dr. Delia Freudenreich statt, die selbst zertifizierte Godly Play Fortbildnerin ist. Die Einführungsworkshops werden für weitere Fortbildungsmodule anerkannt, so dass es möglich ist, noch im Studium das Zertifikat zur/ zum Godly Play/ Gott im Spiel Erzähler*in zu erwerben.